Titelbild «NAVE - Das Schlafhaus»

NAVE – Das Schlafhaus

Las Aceñas, E

«NAVE - Das Schlafhaus»
1/8
«NAVE - Das Schlafhaus»
2/8
«NAVE - Das Schlafhaus»
3/8
«NAVE - Das Schlafhaus»
4/8
«NAVE - Das Schlafhaus»
5/8
«NAVE - Das Schlafhaus»
6/8
«NAVE - Das Schlafhaus»
7/8
«NAVE - Das Schlafhaus»
8/8

Ein Schlafhaus zwischen Tradition und Zukunft

Vorbild und Inspira­tion für das Schlaf­haus Nave ist der Hórreo, ein mittels Pfeilern vom Erdboden abgeho­benes kleines Gebäude, das in seiner traditio­nellen Form in Asturien und anderen nördli­chen Provinzen Spaniens als Speicherbau für Getrei­de­früchte diente. Bei dem Entwurf ging es weniger darum, Bezüge zum Herkunfts­land des Silos zu schaffen, sondern vielmehr um die typolo­gi­sche Verwandt­schaft mit der Kon­struktionsidee. Der Projekt­titel entspricht dem spanischen Wort für Schiff.

Der ellipsoide Baukörper besteht aus einem Holzsteck­system. Es ist leicht zusammen­setzbar und steht wie der Hórreo auf hohen Pfeilern, um unerwünschten tierischen Besuchern den Zugang zu erschweren. Über eine heraus­klapp­bare Treppe lässt sich der Innenraum betreten. Im hochge­zo­genen Zustand verschliesst die Stiege den Eingang komplett und sorgt für ausrei­chend Privat­sphäre und ein Gefühl der Sicher­heit. Diese bewusste Isolation durch Entzug des Zugangs lässt das Raumschiff buchstäb­lich über dem Boden schweben. Der Schwebe­zu­stand der Struktur schafft zugleich optimale Bedingungen fürs Schlafen und Träumen.

Als Skelett dient ein selbst­tra­gendes Holz­gerippe aus 60 Millimeter dicken Dreischicht­platten. Baumwoll­stoff, verstärkt mit einem dreila­gigen ­Anstrich aus Acryllack, umspannt die Konstruk­tion und verleiht dem Schlaf­haus Nave sein futuris­ti­sches Aussehen.

Im Zuge der Eröffnung des Kunsthaus Bregenz 1997 stand das Raumschiff in der Bregenzer Seeanlage. Das Kürzel Nave steht für «Net Acces Virtual Embarking», denn das Objekt diente als temporäre Präsen­ta­ti­ons­platt­form mit Internet-Terminals. Nach der Finissage zerschnitten die Initianten die Stoffhaut der Konstruk­tion und boten sie zum Kauf an, um aus dem Erlös den Transport des Schlaf­hauses nach Spanien zu finanzieren. Dort ist es heute in Navia in Asturien aufgebaut.

Bauherrschaft/Auftraggeber
CALC
Umfang
Neubau
Nutzung
Schlafhaus
Projektphase
Ausführung
Planungszeit
1994
Bauzeit
1995
Fertigstellung
1995
Geschossfläche (SIA 416)
ca. 60 m²
Gebäudevolumen (SIA 416)
ca. 120 m³
Projektteam
Carlos Martinez, Marco Koeppel
Fotos
Ignacio Martinez, Koeppel Martinez Architekten
Projekt «NAVE - Das Schlafhaus»
Projekt «NAVE - Das Schlafhaus»
Projekt «NAVE - Das Schlafhaus»
Projekt «NAVE - Das Schlafhaus»
Projekt «NAVE - Das Schlafhaus»
Projekt «NAVE - Das Schlafhaus»
Projekt «NAVE - Das Schlafhaus»